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Letzte Änderung: 15.02.2019, 13:47
Letzer Autor: Stefan Naumburg

Die 2cm Maschinenflak von Lineol - ein Relikt deutscher Ingenieurskunst

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Lineol Katalogabbildung 1938

Die sagenumwobene Lineol 2cm Maschinenflak ist ein Relikt deutscher Ingenieurskunst aus der Vorkriegszeit. Trotz zahlreicher Abbildungen in den Lineol Unterlagen ist dieses Spielzeug leider nicht mehr zur Auslieferung gekommen. Lediglich einige wenige Verkaufsmuster sind überliefert. Sie erzielen Höchstpreise bei den Auktionen und sind sehr gesucht. Der folgende Artikel soll eine kurze Hommage an dieses Teil sein und Neusammler aufklären und informieren.

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Vorbild: 2-cm Flugabwehrkanone 38

Original Vorbild 2cm Flak


Vorbild für dieses Fahrzeug war die 2-cm-Flak 38. Sie war eine verbesserte Version der 2-cm-Flak 30 und wurde ab 1939 von der Luftwaffe und dem Heer eingeführt. Die seltenere Version der Kriegsmarine hatte die Bezeichnung 2-cm-Flak C/38. Sie war eine Entwicklung der Mauserwerke in Oberndorf am Neckar, die sich gegen die 2-cm-Flak 35 von Rheinmetall durchsetzte. Als Standardmunition kam die Granatpatrone (20×138 mm B) zum Einsatz.

Das Sd.Kfz. 51 war die passende Transporteinheit.

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Technische Daten

Kaliber 20 mm
Rohrlänge 1300 mm
Rücklauf 53 mm
Waffenlänge 2252,5 mm
Breite 1810 mm
Höhe 1700 mm
Feuerhöhe 1120 mm
Feuerhöhe abgesetzt 760 mm
Gewicht Fahrstellung 860 kg
Gewicht Feuerstellung 404 kg
Gewicht Schutzschild 120 kg
Schussweite 4800 m
Schusshöhe 3700 m
Zerlegergrenze 2200 m
Seitenrichtbereich 360°
Höhenrichtbereich −20° bis +90°
Schussfrequenz theoretisch 450 Schuss/min
praktisch 220 Schuss/min
Vo Sprenggranate 900 m/s
Vo Panzergranate 833 m/s
Gewicht Sprenggranaten 130 g
Gewicht Panzergranaten 133 g


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Original Maschinenflak der Firma Lineol

Original Maschinenflak von Lineol

Die Flak war in zwei Ausführungen gelistet:
  • 833, automatisch schießend für Einzelschuss und Serienfeuer, Höhen- und Seitenrichtmaschine, herausnehmbares Magazin, Gummibereifung, komplett zerlegbar
  • 834, elektrooptische Zieleinrichtung für Fliegerabwehrkanone 2cm, Gummibereifung, komplett zerlegbar

Lineol Katalogabbildung 1938 - 833

Lineol Katalogabbildung 1938 - 834

Lineol's Maschinenflak - Nachweis Abgeprotzt

Lineol Sonderkraftfahrzeug 51



Entsprechende Nachweise in den Herstellerunterlagen finden sich hier.

JahrArchivNr.SeiteBild
1938 Händlerkatalog833 5 x
1938 Preisliste 833 u. 834 14
1938 Kundenkatalog 833 u. 834 16 x
1939 Preisliste 833 14
1939 Preisliste 833 15


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Katalogabbildungen des Herstellers

Lineol Katalog 1938 Auszug

Lineol Katalog 1938 Auszug

Lineol Neuheiten Nachtrag 1938 Auszug

Lineol Neuheiten Nachtrag 1938 Auszug

Der kleine dreiachsige Lineol-Lastkraftwagen



Neben den Nachweisen des Herstellers finden wir auch diverse Belege in verschiedenen Spielwarenkatalogen namhafter Spielwarenhändler aus dieser Zeit.

Lineol's Maschinenflak - Wahnschaffe Katalog Auszug


JahrArchivSeiteArtNr.KategorieBezeichnungBild
1938 Spielzeugkatalog Wahnschaffe-Munker11102 Lineol-Erzeugnisse Das angehängte Maschinen-Flak... X


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2-cm Flak mit Bedienung

Lineol Katalogabbildung 1938 - 7/140

Der kleine Bruder dieser Meisterleistung deutscher Ingenieurskunst ist die 2-cm Flak Variante aus Masse:

JahrArchivNr.SeiteBild
1938 Kundenkatalog 7/140 2 x
1938 Händlerkatalog 7/140 4 x
1938 Preisliste 7/140 10
1938 Kundenkatalog 7/140 16 x
1939 Preisliste 7/140 11
1939 Preisliste 7/140 12


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Marktverlauf

Erstmals in den 70er Jahren erscheint ein kleiner Artikel mit einem
Nachweis und einer thematisch ergänzenden Analyse. Weitere finden wir auch in einigen Artikeln namhafter Fachliteraturen bis in die 90er Jahre.

JahrArchivSeiteArtNr.BezeichnungBild
1976 Der Lineol Soldat4Position 1075 Sommer-Auktion in Krefeld X
1996 Figuren Magazin23Position 5/299 T Die Maschinenflak X
2009 Auktionskatalog 02 - G. Schmitt33- Die Lineol Maschninenflak X
2010 Auktionskatalog 05 - G. Schmitt30354 Lineol Maschninenflak, komplett ... X


Den Überlieferungen Entsprechend sind auch einzelne Ersatzteile unter der Herstellernummer 5/299 T bekannt. Die Schachtel beinhaltet verschiedene Zieleinrichtungen mit den Stangenführungen und verschiedene "Revolver-Zylinder". Auch ein Fadenkreuz zur Zielorientierung ist bekannt.

Lineol's Maschinenflak - Nachweis - Fadenkreuz



Die unter der Hersteller Nummer 833 / 834 geführte Maschinenflak ist nie in Massenproduktion gegangen. Aktuell sind uns 3 originale Lineol Maschinenflak bekannt. Sie sind in Privatbesitz.
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Firma Mebanol / Repon

Die Firma stand für "Feine Reproduktion alter Fahrzeuge, Ersatzteile, Zubehöre und Reparaturen".

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Firma Hellemeister / Repon

Lineol's Maschinenflak - Replika Hellemeister


Hellemeister hat Ende der 80er bis über die 90er Jahre ebenfalls dieses Fahrzeug im "Stile von Lineol" gefertigt. Die Fertigung der Teile hat Hellemeister auf mehrere Lieferanten aufgeteilt. Somit war sicher gestellt, dass nur er in den Besitz der gesamten Ersatzteilpalette kam. Erstmals n 2006 stellte Hellemeister die Replik der Lineol Maschinenflak in der Messe Bad Nauheim vor.

Lineol's Maschinenflak - Replika Hellemeister

Lineol's Maschinenflak - Replika Hellemeister

Lineol's Maschinenflak - Replika Hellemeister

Lineol's Maschinenflak - Replika Hellemeister

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Firma Duscha (lineol.de)

Seit 1985 besitzt die Firma LINEOL DUSCHA die Markenrechte an Lineol.

Merkmale
  • verschiedene Varianten der Lackierung bekannt
  • Originalverpackt in dunkelrotem Stülpdeckelkarton mit farbigem Lineol-Aufkleber
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Heimarbeit - Individuelle Anfertigung

Auf der Suche nach den verschiedenen Fabrikaten sind auch Einzelfabrikate von sehr guten Heimarbeiten zum Vorschein gekommen. Hier unterscheidet sich nahezu jedes Exemplar vom Original. Man würde fast meinen, dass jeder Hersteller hier sein eigenes Fahrzeug individuell gestaltete. So sind einige Exemplare komplett unterschiedlich gefertigt, verarbeitet und detailliert.

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Allgemeine Unterscheidungsmerkmale zum Original Modell

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass jeder Replika-Hersteller daran interessiert ist, seine eigenen Produkte wiederzuerkennen, deshalb muss man ein besonderes Augenmerk darauf richten.

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Literatur

  • H. Lang A. Pietruschka, Verlag Figuren Magazin, Berlin: Figurenmagazin
  • Günther Schmidt, Verlag Mebanol, Düren: Auktionskataloge



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